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Verleihung des SPD-Sozial- und Kulturpreises 2011
Die Preisträger des 10. Sozial- und Kulturpreises der SPD Oberkochen sind Frau Christel Kühnert und Herr
Manfred Fischer für die jahrelange Pflege ihrer Ehepartner. Stellvertretend für alle, die in häuslicher Pflege unschätzbare
Dienste an ihren Nächsten leisten.

Beide vollbrachten eine ungeheuere Leistung über Jahre, sogar Jahrzehnte hinweg und im Falle von Herrn Fischer noch
immer, ohne dass die Öffentlichkeit auch nur im Geringsten davon Notiz genommen hätte.
Frau Kühnert hat ihren Anfang der 80er Jahre schwer an MS erkrankten und ab 1985 erblindeten Mann bis zu seinem Tode
2009 fast drei Jahrzehnte lang hingebungsvoll gepflegt und Herr Fischer pflegt seine erkrankte Frau ebenfalls seit etwa 7
Jahren unter Einsatz all seiner Kräfte.
Mit der Feierstunde im Forum des Ernst-Abbe-Gymnasiums sollten wieder Menschen geehrt werden, deren Handeln die
SPD veranlasst hat, sie für einen kurzen Moment aus der Anonymität heraus zu heben und ins verdiente Rampenlicht zu
rücken.

Die Reihe der Ehrengäste bei dieser Preisverleihung war lang und reichte von Bürgermeister Peter Traub, und seinen beiden
Stellvertretern, Herrn Vogel und Herrn Dr. Irion über Landrat Klaus Pavel, den SPD-
Landtagsabgeordneten des
Nachbarkreises Andreas Stoch und erstmals den CDU-Bundestag-
sabgeordneten Roderich Kiesewetter bis zum Ortsvorsteher von
Unterkochen Karl Maier, dem Orga-Vorsitzenden Herbert Soutschek, der Leiterin des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Frau
Lübbe und als Vertreterin der Landes-SPD Claudia Sünder. Die Stadtratkollegen der CDU haben eigens ihre
Jahreshauptversammlung verschoben, um an der Feierstunde teilnehmen zu können.
Und fast alle der bisherigen 9 Preisträger konnten begrüßt werden.
Richard Burger stellte fest, dass der Sozial- und Kulturpreis der SPD absolut überparteilich sei und dass die
Preisträger weder Mitglieder der SPD noch notwendigerweise der SPD nahe stehen müssten.

Als vor 17 Jahren der Preis ins Leben gerufen wurde, ging es einzig und allein darum, ein Zeichen zu setzen und alle zwei
Jahre Einzelpersonen, Gruppen oder Vereine zu ehren, die sich in sozialen oder kulturellen Angelegenheiten besondere
Verdienste erworben haben.
Bei der Auswahl der Preisträger sei weder die Parteizugehörigkeit von Bedeutung noch, ob es sich um große Organisationen
wie z. B. Vereine handelt, deren Wirken eher in der Öffentlichkeit stattfindet, oder um stille Arbeit von Einzelnen im
Verborgenen.
In der Vergangenheit wurden selbstverständlich auch Vereine bedacht, die herausragendes auf ihrem Gebiet leisteten. Es sei
in all den Jahren aber auch immer wichtig gewesen, Menschen, die im Stillen Außergewöhnliches leisteten, mit dem Preis zu
ehren und ihnen die öffentliche Anerkennung zukommen zu lassen, die ihnen nach Meinung der Oberkochener SPD gebührt.
"Wir sehen Frau Kühnert und Herrn Fischer über ihre persönliche Leistung hinaus auch als Stellvertreter für die
vielleicht hundert Anderen in Oberkochen, für die vielleicht tausend Anderen im Ostalbkreis und für die vielleicht
Millionen Anderen in Deutschland, die Tag für Tag, jahrein, jahraus still und unbeachtet und ohne Wertschätzung durch
andere Menschen wie selbstverständlich eine Arbeit am Nächsten verrichten, die uns schier unmöglich vorkommt.
Deren Arbeit soll durch diese Ehrung ebenfalls für einen kurzen Moment aus der Anonymität heraus geholt und in das
Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden."
Aus diesen beiden Gründen: Zum einen wegen ihrer ganz persönlichen Leistung, zum anderen aber auch stellvertretend
für die Millionen, die in unserem Land ähnliches leisten, hat sich die SPD-Mitgliederversammlung am 18. Februar
dieses Jahres einstimmig für Frau Christel Kühnert und Herrn Manfred Fischer als Träger des 10. Sozial- und Kulturpreises
der SPD Oberkochen entschieden.
Wir wissen, dass der Preis und die damit verbunden 500 Euro nur ein symbolischer Dank für die erbrachte Leistung sein kann, er
soll aber darüber hinaus wenigstens hier im regionalen Bereich Anstoß zum Nachdenken und zum Handeln geben.

Der Urkundentext lautet:
Hiermit wird
Frau Christel Kühnert und Herrn Manfred Fischer
der Sozial- und Kulturpreis 2011
des SPD-Ortsvereins der Stadt Oberkochen
verliehen.
Beide haben über viele Jahre hinweg ihren Ehepartner selbstlos und hingebungsvoll gepflegt.
Mit dem Preis ehren wir zwei Menschen von vielen, die auch ohne Anerkennung durch die Öffentlichkeit in der häuslichen Pflege Herausragendes leisten.
Landrat Klaus Pavel sprach in seinem Grußwort den Preisträgern seinen Respekt aus: "Wir haben es hier mit zwei
Vorbildern der Menschlichkeit zu tun", meinte er. "Junge Menschen eliminieren oft das Thema Pflege", verwies Bürgermeister
Peter Traub auf Aussagen in Internet-Foren. Die SPD habe mit ihren Preisträgern eine gute Wahl getroffen. Auch
Andreas Stoch (MdL) machte sich für ein soziales Jahr stark. Junge für alte Menschen sei eine bedeutende Facette der
Solidarität. Für die Oberkochener Vereine sprach Orga-Vorsitzender Herbert Soutschek, der eine Lanze für die engen
Bindungen im Familienkreis brach.

Umrahmt wurde das Fest vom Saxophon-Ensemble der Musikschule Oberkochen-Königsbronn unter Leitung von
Christian Bolz.
(rb/am)